#rezension

Fotobücher von Saal Digital

Der Foto-​affinen Menschen sicherlich nicht unbekannte Anbieter für Foto-​Print-​Produkte Saal Digital hat aktuell u.a. bei Instagram diverse Werbeaktionen laufen. Man kann sich hier für Gutscheine für verschiedene Produkte bewerben. Ich habe die Gelegenheit genutzt und ein Fotobuch bestellt. Ich habe die Variante A4 gewählt, dem Buch einen weißen Lederumschlag spendiert, der auch noch wattiert ist und die Geschenkverpackung dazu gebucht. Mit 26 Seiten kam ich auf einen Gesamtpreis von rund 70 €.

Die Software, die Saal Digital zur Gestaltung der Bücher (und anderer Fotoprodukte) zur Verfügung stellt ist sowohl für den Mac als auch für Windows verfügbar. Leider ist sie in Adobe Air geschrieben, was sie recht träge macht. Langsam ist sie nicht, sie fühlt sich aber einfach träge und eben nicht nativ an. Da kommt vielleicht einfach der Informatiker in mir durch, aber ich würde eine native, direkt für macOS geschriebene Lösung bevorzugen. Andererseits finde ich es gut, dass es überhaupt eine Software für den Mac gibt, das ist bei deutschen Anbietern ja absolut keine Selbstverständlichkeit.

Saal Digital hat für das Thema Hochzeit, um das es mir hier ging, verschiedene Layouts vorgefertigt. Man kann aber auch selbst eigene Layouts erstellen und diese hochladen. Ich habe mich bei einer der Vorlagen bedient und sie dann von der Software automatisch mit Bildern befüllen lassen. Spannend fand ich, dass die Ergebnisse sich bei jeder Neuerstellung geändert haben. Manchmal versagte der Algorithmus aber auch und liess Platzhalter leer. Wenn man also mit dem ersten Vorschlag, den die Software unterbreitet unzufrieden ist, versucht man es einfach noch mal. Dieselben Einstellungen in der Software beim Erstellen des Produkts liefern jedes Mal ein anderes Ergebnis. Hat man eine passende Zusammenstellung gefunden, kann man diese speichern oder auch ohne sie zu speichern in die Anpassungen gehen.

Ich habe bei einigen Fotos den Bildausschnitt ändern müssen, da hier teilweise Köpfe oder andere Körperteile unvorteilhaft abgeschnitten waren. Manche Bilder habe ich im Nachhinein auch getauscht, was ohne Probleme möglich war. Die Software ist recht intuitiv. Ein Einfachklick lässt einen ein Objekt (also bspw. einen Rahmen) bearbeiten, ein Doppelklick das Element (sprich : das Foto) innerhalb des Objekts. Die Bedienelemente sind leicht verständlich und dürften auch einen Laien nicht überfordern.

Der Bestellprozess als solcher ist ziemlich Straight-​Forward : man bestätigt (oder ändert) noch mal alle Optionen, die man anfangs bei der Produkterstellung schon gewählt hat, legt dann das Produkt in den Warenkorb, gibt seine Adresse(n) ein und wählt die Zahlungsmethode. Direkt im Anschluss bekommt man noch eine E-​Mail, dass die Bestellung eingegangen ist und man per E-​Mail über den Fortschritt auf dem Laufenden gehalten wird.

Ich bin mit meinem Erlebnis ziemlich zufrieden.

Ich habe das Buch stellenweise abfotografiert, damit ihr euch ein Bild von der Druck– und Fertigungsqualität machen könnt. Ich kann den Anbieter definitiv empfehlen. Die Druckqualität ist wirklich toll, das Buch selbst, also die Haptik, ist es ebenfalls. Ob ich die Geschenkverpackung, die immerhin 20 € Aufpreis gekostet hat, noch mal bestellen würde, weiß ich aber nicht. Wünscht der Kunde es, gerne, aber mir selbst erscheint der Aufpreis nicht angemessen. Das, und die Tatsache, dass die Software in Adobe Air geschrieben wurde, sind aber auch die einzigen Kritikpunkte, die ich hervorzubringen habe.

DJI Osmo Mobile

Wer gerne filmt, kennt das Problem : Freihand aufgenommene Videos kennzeichnet insbesondere eines, das Wackeln. Da kann man noch so sehr versuchen, sich wenig auf und ab zu bewegen, man bekommt es einfach nicht raus. Die Hersteller von Kameras und Smartphones reagieren mit sowohl in Soft– als auch in Hardware gelösten Stabilisatoren, um dem Problem entgegen zu treten. In Software realisierte Stabilisatoren haben aber ein großes Problem. Man verliert einen Teil des Bildes, weil die verwendeten Algorithmen versuchen, vom Zentrum des Bildes aus das Gesamtbild stabil zu halten. Alle Bestandteile, die nicht in jedem Videobild zu sehen sind, werden mehr oder weniger abgeschnitten. So kann man mit einem 4 K-​Stream ein toll stabilisiertes 1080p-​Bild erzeugen, aber eben auch nicht mehr. Außerdem fehlt natürlich ein Teil der Informationen im Videobild. Das ist also, aller Einfachheit zum Trotze, eine eher unbefriedigende Lösung.

Der zweite Ansatz ist, die Kameralinse flexibel aufzuhängen. Sie bewegt sich also mit. Aber auch dieser Ansatz kann nur bis zu einem bestimmten Maße Bewegungen kompensieren und wird deswegen häufig mit in Software implementierten Lösungen kombiniert. Diese Lösung verspricht zwar eine höhere Auflösung und eine höhere Videoqualität, ist aber immer noch nicht optimal.

Beim DJI Osmo Mobile handelt es sich um einen so genannten Gimbal. Wer sich schon mal mit Kamera-​Coptern befasst hat, wird notgedrungen über diesen Begriff gestolpert sein, denn Luftaufnahmen ohne Gimbal sind einfach nur eins : furchtbar verwackelt. Jede bessere fliegende Kamera verfügt somit über einen solchen Gimbal, um sämtliche abrupten Bewegungen zu kompensieren und ein stabiles, weiches Video zu erzeugen. Aber auch am Boden machen sich solche Geräte gut.

Für meine Actioncam, die GitUp Git2 , habe ich schon vor geraumer Zeit einen Gimbal gekauft, den Rollei eGimbal G4 . Mit ein wenig Übung bekommt man wunderbar weiche Videos mit diesem Gerät gezaubert, das Gewackel ist verschwunden. Und die in Software realisierte Stabilisierung kann ausgeschaltet werden. Die Kamera ist für den Preis ein absoluter Hit, aber sie ist und bleibt eine Actioncam, deren Bild sich u.a. dadurch auszeichnet, dass es gerade zu den Rändern hin stark verzerrt. Das iPhone eignet sich deutlich besser als Kamera, insbesondere dann, wenn man die Videos mit denen aus anderen Geräten kombinieren möchte, die einen ähnlichen Aufnahmewinkel haben, wie bspw. meinem DJI Phantom 3 Standard Schneidet man das Material zusammen, prallen Welten aufeinander. Der Blickwinkel des Phantom entspricht in etwa dem eines iPhone, im Gegensatz zur typischen Actioncam, die einen deutlich größeren Winkel hat. Es gibt Software, mit deren Hilfe man diesen Effekt abschwächen oder gar ganz aufheben kann, diese bedeutet aber einen weiteren Schritt im Postprocessing. Also entschied ich mich, mein iPhone stabiler zu machen.

Vom Hersteller des Rollei-​Gimbal, Feiyu, gibt es auch einen Gimbal für das iPhone, der aber deutlich teurer ist, als sein Pendant für die GoPro-​kompatiblen Kameras. Er kann aber auch nicht mehr. Als DJI dann vor einer geraumen Weile den Osmo vorstellte, war mein Interesse geweckt. Der Preis war aber auch nicht ganz ohne, die Entscheidung schob ich auf. Bis jetzt vor Kurzem der Osmo Mobile vorgestellt wurde. Der Preis liegt in etwa auf dem gleichen Niveau wie das Gerät von Feiyu, die Funktionalität ist aber deutlich besser.

Der Osmo Mobile kann noch viel mehr, als „nur“ das Bild des iPhone zu stabilisieren. Über die DJI-​App DJI Go kann man Panoramen verschiedener Façon aufnehmen. Mithilfe des eingebauten Joysticks kann man die Aufnahmeposition des iPhone während der Aufnahme butterweich verändern. Der Osmo Mobile verfügt außerdem über Knöpfe, um sowohl eine Foto– als auch eine Videoaufnahme zu starten, ohne das iPhone dazu berühren zu müssen. Mit dem ActiveTrack-​Feature kann man dafür sorgen, dass der Gimbal, sofern er stabil steht, den Bewegungen eines markierten Objekts, bspw. einer Person folgt. Mit Motion-​Timelapse kann man automatisiert bewegte Zeitraffer-​Aufnahmen erstellen. Bewegt in dem Sinne, dass sich das Telefon über das Motiv bewegt.

Gerade für Hochzeits– und Urlaubsfilme ist ein solches Gerät eine echte Bereicherung. Ich freue mich schon jetzt drauf, dieses auf der nächsten Hochzeit einsetzen zu können.