#hochzeit

Wie kommen meine Preise zustande ?

Jeder hat sich sicherlich schon mal gefragt, wie die Preise gerade von Hochzeitsfotografen zustande kommen und wieso diese häufig 100 € und mehr pro Stunde vor Ort geleisteter Arbeit berechnen. Mit diesem Artikel möchte ich versuchen, das Mysterium zu lüften und ein wenig Transparenz in die Geschichte zu bringen.

Vor und nach der Hochzeit wird auch gearbeitet

In der Regel findet vor der Hochzeit ein Treffen zwischen Paar und Fotograf statt. Dieses Vorgespräch erfolgt in der Regel ohne Berechnung, die Zeit muss der Fotograf trotzdem aufwenden. Verläuft das Gespräch zur beidseitigen Zufriedenheit, wird ein verbindlicher Vertrag ausgearbeitet. Auch das kostet Zeit.

Kurz vor der Hochzeit liegt es nahe, dass der Fotograf sich die Location(s) anschaut. Auch diese Dienstleistung ist im Paketpreis inbegriffen und nimmt locker zwei bis drei Stunden in Anspruch. Dazu kommen noch Fahrtkosten und natürlich die Fahrtzeiten. Damit der Fotograf auch zu den Orten kommt, benötigt er ein Auto, das natürlich auch bezahlt werden muss. Wenn dann noch das sogenannte Location-​Scouting hinzu kommt, also das Suchen von für Fotos geeigneten Orten, geht noch mehr Zeit dafür drauf. Allein dieser Teil der Vorbereitung nimmt also ganz locker fünf bis sechs Stunden in Anspruch. Rechnen wir nun also das Vorgeplänkel und die Besichtigung zusammen, liegen wir schon bei rund acht Stunden Dienstleistung.

Nach der Hochzeit, also dem „sichtbaren“ Teil der Arbeit, geht es dann an den Computer. Die entstanden Bilder müssen ausgewertet und vorsortiert werden. Das kann, abhängig von der entstandenen Menge der Fotos, auch schon eine bis zwei Stunden in Anspruch nehmen. Je nach Arbeitsweise, ich mache das gerne so, stellt der Fotograf dann dem frisch vermählten Paar eine Vorauswahl an Fotos zur Verfügung. Meist erfolgt das übers Internet, die dafür erforderliche Infrastruktur muss vorhanden und bezahlt sein. Spätestens jetzt geht es an die Nachbearbeitung der Bilder. Ausschnitte werden verändert, Farben verbessert, kleine Makel retuschiert. Je nach Foto dauert das zwischen einer und 20 Minuten (oder sogar noch länger). Der Computer und die Software, die für die Durchführung dieser Arbeit erforderlich sind, müssen natürlich auch bezahlt werden. Und ein vernünftiger Computer samt Bildschirm, der sich für die Bildbearbeitung eignet ist eben auch nicht für 299 € im Discounter zu finden (mein Computer samt Zubehör hat bspw. rund 3.000 € gekostet), von der Software ganz zu schweigen. Für Adobe Photoshop und Photoshop Lightroom bezahlt der Cloud-​Kunde auch noch mal 12 € monatlich. Gesichert werden wollen die Fotos natürlich auch, ein geeignetes Gerät kostet dann auch gerne 300 € und mehr.

Abhängig von der Menge der nachbearbeiteten Bilder kann es locker weitere 10 Stunden dauern, bis hier ein Ende in Sicht ist. Diese müssen dann noch für den Versand an das Ehepaar vorbereitet und schlussendlich versandt werden. Das dauert auch gerne noch mal eine Stunde.

Kein Bild ohne Kamera

Nicht zu vergessen ist natürlich die erforderliche Investition des Fotografen in Kameras, Objektive, Blitze, Lichtformer, Stative und was sonst noch so dazu gehört. Die wenigstens Hochzeitsfotografen werden mit einer Kamera auftauchen, da im Falle eines Ausfalls der Kamera dann gar keine Bilder mehr entstehen würden. Für verschiedene Aufnahmen braucht es verschiedene Objektive, und Objektive sind nicht billig. Und wenn das verfügbare Licht mal nicht ausreicht oder optimal geeignet ist, kommen Blitze zum Einsatz. Je nach Anspruch des Fotografen kommen so locker 5.000 — 20.000 € zusammen, die investiert werden mussten. Kameras halten eine Weile, aber auch nicht ewig, müssen also alle paar Jahre auch ersetzt werden. Wie oft hängt davon ab, wie viel mit ihr fotografiert wird. Die Mechanik der Spiegel in digitalen Spiegelreflexkameras hat nur eine bestimmte Lebensdauer. Auch diese Kosten müssen natürlich in den Preis der Hochzeitsfotografie eingerechnet werden. Und an einem Tag kommen da locker 2.000 — 5.000 Fotos zusammen, die geschossen werden. Gemessen an der Lebensdauer einer halbwegs hochwertigen DSLR-​Kamera von 150.000 oder noch mehr Spiegelschlägen sicherlich kein Problem, sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Eine 2.000 € teure Kamera ist damit nach etwa 30 — 50 fotografierten Hochzeiten reif für den Elektroschrott.

Keine Aufträge ohne Werbung

Ohne Werbung wird man nicht gefunden, so viel ist klar. Die wichtigste Werbung dürfte sicherlich die Website sein, auf der der geneigte Leser sich ja gerade auch befindet. Die Erstellung und der Betrieb einer Website kostet natürlich Geld. Und Zeit, man muss schliesslich sein Portfolio aktuell halten und auch dafür sorgen, dass der Auftritt zeitgemäß bleibt. Alle drei bis fünf Jahre kann man also ohnehin die Website komplett neu machen. Wenn man nicht in der Lage ist, das selbst zu machen, darf man hier auch gut und gerne 1.500 € und mehr investieren.

Weitere Werbung kann man über die üblichen Verdächtigen wie Google, Instagram und Facebook schalten. Das Budget lässt sich komplett frei bestimmen und man muss natürlich keine Werbung schalten, aber um Reichweite zu bekommen bietet sich das durchaus an.

Kostenlos, aber dennoch zeitintensiv, ist natürlich auch die Pflege und Betreuung der Social-​Media-​Kanäle wie Instagram und Facebook. Die Follower wollen am liebsten täglich neue Inhalte sehen, Kommentare müssen beantwortet werden, alles Dinge, die Zeit und damit indirekt natürlich auch Geld kosten.

Visitenkarten und Flyer sind auch im digitalen Zeitalter nach wie vor sinnvoll. Auch diese müssen gestaltet werden, was mindestens Zeit kostet, wenn man es denn selbst macht, aber spätestens dann auch Geld kosten, wenn man sie drucken lässt. Verteilt sind sie dann noch lange nicht, auch das muss der Fotograf abdecken.

Das Thema Weiterbildung haben wir bis hierher auch noch nicht einbezogen. Die Hochzeitsfotografie entwickelt sich weiter und auch die Kameras und das Equipment machen Fortschritte, mit denen sich der Fotograf irgendwie beschäftigen muss. Ob er nun jemanden dafür bezahlt, ihm das beizubringen oder sich das alles in seiner Freizeit beibringt ist dabei natürlich unerheblich, teuer wird es so oder so.

Rechnen wir zusammen

Ich gehe bei meiner Beispielrechnung von einer Reportage aus, die üblicherweise rund 10 Stunden dauert und bei mir bspw. 999 € kostet. Zu den „sichtbaren“ 10 Stunden, die der Fotograf auf der Hochzeitsfeier zugebracht hat, kommen noch weitere ein bis zwei Stunden für das Vorgespräch und die Vertragsschließung hinzu. Es folgen zwei bis drei Stunden Besichtigung und eine bis zwei Stunden Location-​Scouting. Nach der Hochzeit werden dann weitere 10 bis 12 Stunden in die Bearbeitung und Bereitstellung der Fotos gesteckt. Rechnen wir das alles zusammen, liegen wir bei einem Zeitaufwand von rund 30 Stunden. An dieser Stelle läge mein Stundensatz also bei 33 €. Von diesen 33 € muss ich noch die Abnutzung des Fahrzeugs kompensieren und das Equipment bezahlen und halbwegs aktuell halten. Außerdem zahle ich Steuern. In meinem Falle sind das mindestens 19 % Umsatzsteuer, die von den 33 € noch abgehen. Und dann kommt noch die Einkommenssteuer, die bei etwa 40 % liegt. Ein hauptberuflicher Fotograf muss davon dann auch noch seine Versicherungen bezahlen, die für Selbstständige häufig deutlich teurer sind, als das bei Angestellten der Fall ist.

Wenn wir dann noch die indirekten Kosten für Werbung aus dem vorigen Absatz mit einrechnen, sinkt der Stundensatz noch weiter. Häufig bleiben nicht mehr als 25 € die Stunde übrig, ausgehend vom vorigen Rechenbeispiel.

Fazit

Hinter der offensichtlichen Arbeit steckt noch viel mehr, was die Gesamtkosten natürlich nach oben treibt. Da ich das nebenberuflich betreibe, kann ich eine Reportage für 999 € anbieten, ein hauptberuflicher Fotograf hingegen muss zwangsläufig mehr verlangen, wenn er nicht verhungern oder irgendwann ohne Geld für Auto und Equipment dastehen möchte. Außerdem finden die meisten Hochzeiten an einem Wochenende statt. In anderen Dienstleistungsbranchen wird bei Terminen am Wochenende sogar ein Aufschlag verlangt, bei Hochzeitsfotografen ist dieser inklusive …

Bitte bedenkt all das, wenn ihr nach einem Hochzeitsfotografen sucht und darüber stöhnt, dass das so teuer sei. Es ist und bleibt viel Geld, keine Frage, und Hochzeiten an sich sind schon sehr teuer. Auf der anderen Seite heiratet man aber (hoffentlich) auch nur ein Mal im Leben und diesen wunderschönen Tag möchte man doch in schönen Bildern festhalten lassen. Oder ?

DJI Osmo Mobile

Wer gerne filmt, kennt das Problem : Freihand aufgenommene Videos kennzeichnet insbesondere eines, das Wackeln. Da kann man noch so sehr versuchen, sich wenig auf und ab zu bewegen, man bekommt es einfach nicht raus. Die Hersteller von Kameras und Smartphones reagieren mit sowohl in Soft– als auch in Hardware gelösten Stabilisatoren, um dem Problem entgegen zu treten. In Software realisierte Stabilisatoren haben aber ein großes Problem. Man verliert einen Teil des Bildes, weil die verwendeten Algorithmen versuchen, vom Zentrum des Bildes aus das Gesamtbild stabil zu halten. Alle Bestandteile, die nicht in jedem Videobild zu sehen sind, werden mehr oder weniger abgeschnitten. So kann man mit einem 4 K-​Stream ein toll stabilisiertes 1080p-​Bild erzeugen, aber eben auch nicht mehr. Außerdem fehlt natürlich ein Teil der Informationen im Videobild. Das ist also, aller Einfachheit zum Trotze, eine eher unbefriedigende Lösung.

Der zweite Ansatz ist, die Kameralinse flexibel aufzuhängen. Sie bewegt sich also mit. Aber auch dieser Ansatz kann nur bis zu einem bestimmten Maße Bewegungen kompensieren und wird deswegen häufig mit in Software implementierten Lösungen kombiniert. Diese Lösung verspricht zwar eine höhere Auflösung und eine höhere Videoqualität, ist aber immer noch nicht optimal.

Beim DJI Osmo Mobile handelt es sich um einen so genannten Gimbal. Wer sich schon mal mit Kamera-​Coptern befasst hat, wird notgedrungen über diesen Begriff gestolpert sein, denn Luftaufnahmen ohne Gimbal sind einfach nur eins : furchtbar verwackelt. Jede bessere fliegende Kamera verfügt somit über einen solchen Gimbal, um sämtliche abrupten Bewegungen zu kompensieren und ein stabiles, weiches Video zu erzeugen. Aber auch am Boden machen sich solche Geräte gut.

Für meine Actioncam, die GitUp Git2 , habe ich schon vor geraumer Zeit einen Gimbal gekauft, den Rollei eGimbal G4 . Mit ein wenig Übung bekommt man wunderbar weiche Videos mit diesem Gerät gezaubert, das Gewackel ist verschwunden. Und die in Software realisierte Stabilisierung kann ausgeschaltet werden. Die Kamera ist für den Preis ein absoluter Hit, aber sie ist und bleibt eine Actioncam, deren Bild sich u.a. dadurch auszeichnet, dass es gerade zu den Rändern hin stark verzerrt. Das iPhone eignet sich deutlich besser als Kamera, insbesondere dann, wenn man die Videos mit denen aus anderen Geräten kombinieren möchte, die einen ähnlichen Aufnahmewinkel haben, wie bspw. meinem DJI Phantom 3 Standard Schneidet man das Material zusammen, prallen Welten aufeinander. Der Blickwinkel des Phantom entspricht in etwa dem eines iPhone, im Gegensatz zur typischen Actioncam, die einen deutlich größeren Winkel hat. Es gibt Software, mit deren Hilfe man diesen Effekt abschwächen oder gar ganz aufheben kann, diese bedeutet aber einen weiteren Schritt im Postprocessing. Also entschied ich mich, mein iPhone stabiler zu machen.

Vom Hersteller des Rollei-​Gimbal, Feiyu, gibt es auch einen Gimbal für das iPhone, der aber deutlich teurer ist, als sein Pendant für die GoPro-​kompatiblen Kameras. Er kann aber auch nicht mehr. Als DJI dann vor einer geraumen Weile den Osmo vorstellte, war mein Interesse geweckt. Der Preis war aber auch nicht ganz ohne, die Entscheidung schob ich auf. Bis jetzt vor Kurzem der Osmo Mobile vorgestellt wurde. Der Preis liegt in etwa auf dem gleichen Niveau wie das Gerät von Feiyu, die Funktionalität ist aber deutlich besser.

Der Osmo Mobile kann noch viel mehr, als „nur“ das Bild des iPhone zu stabilisieren. Über die DJI-​App DJI Go kann man Panoramen verschiedener Façon aufnehmen. Mithilfe des eingebauten Joysticks kann man die Aufnahmeposition des iPhone während der Aufnahme butterweich verändern. Der Osmo Mobile verfügt außerdem über Knöpfe, um sowohl eine Foto– als auch eine Videoaufnahme zu starten, ohne das iPhone dazu berühren zu müssen. Mit dem ActiveTrack-​Feature kann man dafür sorgen, dass der Gimbal, sofern er stabil steht, den Bewegungen eines markierten Objekts, bspw. einer Person folgt. Mit Motion-​Timelapse kann man automatisiert bewegte Zeitraffer-​Aufnahmen erstellen. Bewegt in dem Sinne, dass sich das Telefon über das Motiv bewegt.

Gerade für Hochzeits– und Urlaubsfilme ist ein solches Gerät eine echte Bereicherung. Ich freue mich schon jetzt drauf, dieses auf der nächsten Hochzeit einsetzen zu können.

Nadja und Sergej