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Jana und Sascha

DJI Osmo Mobile

Wer gerne filmt, kennt das Problem : Freihand aufgenommene Videos kennzeichnet insbesondere eines, das Wackeln. Da kann man noch so sehr versuchen, sich wenig auf und ab zu bewegen, man bekommt es einfach nicht raus. Die Hersteller von Kameras und Smartphones reagieren mit sowohl in Soft– als auch in Hardware gelösten Stabilisatoren, um dem Problem entgegen zu treten. In Software realisierte Stabilisatoren haben aber ein großes Problem. Man verliert einen Teil des Bildes, weil die verwendeten Algorithmen versuchen, vom Zentrum des Bildes aus das Gesamtbild stabil zu halten. Alle Bestandteile, die nicht in jedem Videobild zu sehen sind, werden mehr oder weniger abgeschnitten. So kann man mit einem 4 K-​Stream ein toll stabilisiertes 1080p-​Bild erzeugen, aber eben auch nicht mehr. Außerdem fehlt natürlich ein Teil der Informationen im Videobild. Das ist also, aller Einfachheit zum Trotze, eine eher unbefriedigende Lösung.

Der zweite Ansatz ist, die Kameralinse flexibel aufzuhängen. Sie bewegt sich also mit. Aber auch dieser Ansatz kann nur bis zu einem bestimmten Maße Bewegungen kompensieren und wird deswegen häufig mit in Software implementierten Lösungen kombiniert. Diese Lösung verspricht zwar eine höhere Auflösung und eine höhere Videoqualität, ist aber immer noch nicht optimal.

Beim DJI Osmo Mobile handelt es sich um einen so genannten Gimbal. Wer sich schon mal mit Kamera-​Coptern befasst hat, wird notgedrungen über diesen Begriff gestolpert sein, denn Luftaufnahmen ohne Gimbal sind einfach nur eins : furchtbar verwackelt. Jede bessere fliegende Kamera verfügt somit über einen solchen Gimbal, um sämtliche abrupten Bewegungen zu kompensieren und ein stabiles, weiches Video zu erzeugen. Aber auch am Boden machen sich solche Geräte gut.

Für meine Actioncam, die GitUp Git2 , habe ich schon vor geraumer Zeit einen Gimbal gekauft, den Rollei eGimbal G4 . Mit ein wenig Übung bekommt man wunderbar weiche Videos mit diesem Gerät gezaubert, das Gewackel ist verschwunden. Und die in Software realisierte Stabilisierung kann ausgeschaltet werden. Die Kamera ist für den Preis ein absoluter Hit, aber sie ist und bleibt eine Actioncam, deren Bild sich u.a. dadurch auszeichnet, dass es gerade zu den Rändern hin stark verzerrt. Das iPhone eignet sich deutlich besser als Kamera, insbesondere dann, wenn man die Videos mit denen aus anderen Geräten kombinieren möchte, die einen ähnlichen Aufnahmewinkel haben, wie bspw. meinem DJI Phantom 3 Standard Schneidet man das Material zusammen, prallen Welten aufeinander. Der Blickwinkel des Phantom entspricht in etwa dem eines iPhone, im Gegensatz zur typischen Actioncam, die einen deutlich größeren Winkel hat. Es gibt Software, mit deren Hilfe man diesen Effekt abschwächen oder gar ganz aufheben kann, diese bedeutet aber einen weiteren Schritt im Postprocessing. Also entschied ich mich, mein iPhone stabiler zu machen.

Vom Hersteller des Rollei-​Gimbal, Feiyu, gibt es auch einen Gimbal für das iPhone, der aber deutlich teurer ist, als sein Pendant für die GoPro-​kompatiblen Kameras. Er kann aber auch nicht mehr. Als DJI dann vor einer geraumen Weile den Osmo vorstellte, war mein Interesse geweckt. Der Preis war aber auch nicht ganz ohne, die Entscheidung schob ich auf. Bis jetzt vor Kurzem der Osmo Mobile vorgestellt wurde. Der Preis liegt in etwa auf dem gleichen Niveau wie das Gerät von Feiyu, die Funktionalität ist aber deutlich besser.

Der Osmo Mobile kann noch viel mehr, als „nur“ das Bild des iPhone zu stabilisieren. Über die DJI-​App DJI Go kann man Panoramen verschiedener Façon aufnehmen. Mithilfe des eingebauten Joysticks kann man die Aufnahmeposition des iPhone während der Aufnahme butterweich verändern. Der Osmo Mobile verfügt außerdem über Knöpfe, um sowohl eine Foto– als auch eine Videoaufnahme zu starten, ohne das iPhone dazu berühren zu müssen. Mit dem ActiveTrack-​Feature kann man dafür sorgen, dass der Gimbal, sofern er stabil steht, den Bewegungen eines markierten Objekts, bspw. einer Person folgt. Mit Motion-​Timelapse kann man automatisiert bewegte Zeitraffer-​Aufnahmen erstellen. Bewegt in dem Sinne, dass sich das Telefon über das Motiv bewegt.

Gerade für Hochzeits– und Urlaubsfilme ist ein solches Gerät eine echte Bereicherung. Ich freue mich schon jetzt drauf, dieses auf der nächsten Hochzeit einsetzen zu können.

Gutes muss nicht immer teuer sein

Das stimmt tatsächlich. Als mein guter alter Blitz kürzlich das zeitliche segnete und ich mich bei den üblichen verdächtigen, also zum Beispiel Nikon, umgeschaut habe, staunte ich nicht schlecht über die aufgerufenen Preise. Rund 400 € möchte Nikon für sein Spitzenmodell, den SB-​910 haben. Der ist sein Geld sicherlich auch wert, mir aber nicht.

Ich schaute mich also nach Alternativen und um landete als nächstes bei Metz. Aber auch Metz will für die Topmodelle noch rund 200 € sehen. Ich bin kein Berufsfotograf und brauche den Blitz eher gelegentlich. Sprich : 200 € war und bin ich einfach nicht bereit, zu investieren.

Die Suche ging also weiter. Bis ich schließlich auf diverse Nachbauten, wenn auch keine exakten, des SB-​910 stieß. Davon gibt es einige. Ich bin über die Hersteller Yongnuo, Meike, Shanny und Neeweer gestolpert. Alles wie es scheint chinesische Hersteller, die mit ihren Produkten Nikon (und Canon) direkt Konkurrenz machen wollen. Deren Spitzenmodelle, allesamt Systemblitze inklusive Master-​Fähigkeit, liegen bei läppischen 100 €. Ein Betrag, den ich schon eher zu akzeptieren bereit war.

Ich habe mir alle vier kommen lassen und sie im Kurztest miteinander verglichen, um mich für einen zu entscheiden :

Der Meike Speedlite MK910 kam als erstes und überzeugte mich von der ersten Minute an. Haptik, Gewicht, Display, Einstellungsmöglichkeiten und nicht zuletzt natürlich die hohe Leitzahl von 60 hinterließen einen sehr guten Eindruck. Leider konnte ich keinen Diffusor für den Blitz finden.

Der Yongnuo YN-​568EX kam als nächstes. Der erste Eindruck war nicht schlecht, reichte aber nicht ansatzweise an den MK910 ran. Generell machte er einen eher angestaubten Eindruck. Das Display grün auf schwarz, der Blitzkopf selbst muss jedes mal ent-​arretiert werden, bevor er bewegt werden kann (was sicherlich auch Vorteile hat, mich nervte es aber einfach nur im Handling) und dann noch überschüssiges Schmieröl am Gelenk. Außerdem wirkte das Plastik billig. Das Ding wanderte nach wenigen Minuten wieder in seine Verpackung. Die Ausleuchtung war erwartungsgemäß prima, aber sonst …

Dann erhielt ich den Shanny SN600SN. Bei diesem Blitz verhielt es sich ähnlich wie beim Modell von Yongnuo : er wirkte irgendwie angestaubt. Der Blitzkopf bewegte sich nicht flüssig. Und auch hier hatte ich das Gefühl, dass das billigste Plastik verwendet wurde, was zu bekommen war. Der Gesamteindruck war also ähnlich. Ausleuchtung toll, Rest … na ja.

Als letztes kam der Neewer NW910, der, wie sich herausstellte, baugleich zum Meike MK910 ist. Nur fand ich hier gleich noch zwei Diffusoren in der Packung. Das Zubehör, das mir beim Modell von Meike fehlte. Ansonsten waren beide Blitze exakt gleich. Nur der Schriftzug war anders.

Schlussendlich habe ich mich dann für den Neewer NW910 entschieden. Mit einem Preis von unter 100 € samt zwei Diffusoren und Tasche ein absolutes Schnäppchen. Ich konnte bisher leider noch keinen Vergleich zum Nikon SB-​910 anstellen und vermute, dass dieser noch eine ganze Ecke besser ist, aber ich, für meine Ansprüche, bin mit dem NW910 sehr sehr glücklich. Wer also einen lichtstarken Blitz mit allen Features, die man von einem modernen Systemblitz erwartet braucht, ist damit sicherlich gut beraten.